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Batteriemonitor für LiFePO4-Batterien im Camper nachrüsten: Einbau, Shunt & Kalibrierung

Batteriemonitor für LiFePO4 Batterie im Camper nachrüsten

Eine LiFePO4-Batterie mit Bluetooth-App ist praktisch. Du kannst den Ladezustand prüfen, Ströme kontrollieren und das BMS überwachen. Trotzdem habe ich in meinem Camper-Ausbau gemerkt: Mir fehlt eine direkte Anzeige im Fahrzeug.

Also habe ich in meinem Peugeot Boxer Campervan einen zusätzlichen Batteriemonitor nachgerüstet. Nicht, weil die App schlecht wäre, sondern weil ich im Alltag einfach auf einen Blick sehen möchte, was in meiner Elektroanlage passiert.

Gerade beim autarken Stehen, beim Kochen, beim Einschalten des Wechselrichters oder bei längeren Standzeiten ist so ein Monitor Gold wert. Du siehst sofort, wie viel Kapazität noch vorhanden ist, welche Leistung gerade entnommen wird und ob irgendwo ein Verbraucher aktiv ist.

In diesem Artikel zeige ich dir, warum ein Batteriemonitor im Camper sinnvoll ist, wie der Mess-Shunt eingebaut wird, worauf du bei Kabelschuhen und Verkabelung achten solltest und wie die Kalibrierung funktioniert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Batteriemonitor zeigt Spannung, Strom, Restkapazität, Leistung und Restlaufzeit direkt im Camper an.
  • Der Mess-Shunt wird in die Minusleitung zwischen Batterie und Sammelschiene eingebaut.
  • Das Display benötigt nur eine kleine Aussparung im Elektropanel.
  • Die Anzeige funktioniert unabhängig von einer Bluetooth-App.
  • Nach dem Einbau muss der Batteriemonitor passend zur eigenen Batterieanlage konfiguriert und kalibriert werden.
  • Besonders sinnvoll ist der Monitor bei größeren LiFePO4-Setups, Wechselrichterbetrieb und autarkem Stehen.

Meine wichtigste Erkenntnis

Die App ist praktisch, aber ein fest eingebauter Batteriemonitor ist im Camper-Alltag einfach direkter. Ich sehe sofort, wie viel Kapazität noch vorhanden ist, wie viel Strom gerade fließt und ob ein Verbraucher aktiv ist.

Für mich ist das keine reine Spielerei. Gerade bei einer autarken Elektroanlage mit LiFePO4-Batterien, Wechselrichter, Solar und mehreren Verbrauchern ist eine feste Anzeige ein echter Komfort- und Kontrollgewinn.

Amrit Soul-Traveller Profilbild

Ich bin Amrit von Soul-Traveller – passionierter Camper-Ausbauer und Fotograf, Vollblut-Praktiker mit Ingenieurstudium und Elektroniker-Ausbildung. Bei meinen Ausbauten achte ich darauf, dass Lösungen nicht nur gut aussehen, sondern im Alltag wirklich funktionieren.    Mehr über mich. . . | Zum Fotoblog. . .

Hinweis zum Video

Dieser Artikel basiert auf meinem YouTube-Video zum Nachrüsten eines Batteriemonitors für LiFePO4-Batterien im Camper. Im Video zeige ich den Einbau direkt in meiner Elektroanlage, inklusive Mess-Shunt, Display, Panel-Umbau und erster Funktionsprüfung.

Gerade bei Camper-Elektrik ist mir wichtig: keine reine Theorie, sondern ein echter Einbau aus der Praxis. Genau deshalb siehst du hier nicht nur das Produkt, sondern auch die kleinen Details, die beim Nachrüsten wirklich entscheidend sind.

Video: Batteriemonitor für LiFePO4-Batterien im Camper nachrüsten

Im Video zeige ich dir den kompletten Einbau des Batteriemonitors in meinem Peugeot Boxer Campervan: vom Mess-Shunt über die Verkabelung bis zur Anzeige im Elektropanel.

Warum überhaupt einen Batteriemonitor im Camper nachrüsten?

Moderne LiFePO4-Batterien haben oft eine Bluetooth-App. Damit kannst du den Ladezustand, die aktuelle Spannung, die Ströme und teilweise auch den Zustand des BMS kontrollieren. Das ist grundsätzlich super.

Im Camper-Alltag gibt es aber einen ganz einfachen Nachteil: Du musst immer erst das Smartphone nehmen, die App öffnen und dich mit der Batterie verbinden. Wenn du nur schnell wissen willst, wie viel Energie noch im System ist, ist das auf Dauer etwas umständlich.

Ein fest verbauter Batteriemonitor löst genau dieses Problem. Du schaust auf dein Elektropanel und siehst sofort, was los ist. Besonders beim Kochen, beim Einschalten des Wechselrichters oder beim längeren autarken Stehen ist das extrem angenehm.

App oder Batteriemonitor: Was ist besser?

Die ehrliche Antwort: Beides hat seine Berechtigung.

Die App ist sehr praktisch, wenn du detaillierter in die Batterie schauen möchtest. Je nach Batterie kannst du dort Informationen zum BMS, zu Zellspannungen, Temperaturen oder Lade- und Entladehistorie sehen.

Der Batteriemonitor ist dagegen die schnelle Anzeige für den Alltag. Du brauchst kein Smartphone, keine Verbindung und keine App. Ein Blick reicht.

Vorteile der App

  • detaillierte Batteriedaten
  • BMS-Informationen je nach Batterie
  • keine zusätzliche Anzeige im Panel nötig
  • praktisch für Diagnose und Kontrolle

Vorteile des Batteriemonitors

  • sofort sichtbare Werte
  • kein Smartphone notwendig
  • ideal während des Kochens oder beim Einschalten großer Verbraucher
  • feste Integration ins Elektropanel
  • Livebild der aktuellen Verbraucher

Was zeigt ein Batteriemonitor im Camper an?

Der große Vorteil eines Batteriemonitors ist, dass du alle wichtigen Werte auf einer Ebene sehen kannst. Du musst nicht durch Menüs scrollen und auch keine App öffnen.

Bei meinem Monitor werden unter anderem folgende Werte angezeigt:

  • verfügbare Restkapazität in Amperestunden
  • Batteriespannung in Volt
  • aktueller Stromfluss in Ampere
  • aktuelle Leistung in Watt
  • Ladezustand in Prozent
  • geschätzte Restlaufzeit
LiFePO4 Batteriemonitor zeigt 81 Prozent Kapazität im Camper

In meinem Setup sind zwei LiFePO4-Batterien verbaut. Im Video zeigt der Monitor zum Beispiel noch 168 Ah Restkapazität, 13,2 Volt Batteriespannung, 2,49 Ampere Entnahme, etwa 32,9 Watt Leistung und 81 Prozent Ladezustand an.

Der Mess-Shunt: Das Herzstück des Batteriemonitors

Der eigentliche Batteriemonitor ist nicht nur das Display. Das Herzstück ist der Mess-Shunt. Er misst, welche Ströme in die Batterie hinein- und aus der Batterie herausfließen.

Der Shunt wird in der Regel in die Minusleitung eingebaut. In meinem Fall sitzt er zwischen den LiFePO4-Batterien und der Minus-Sammelschiene. Dadurch läuft der gesamte Stromfluss der Anlage über den Shunt und kann sauber gemessen werden.

Mess-Shunt für Batteriemonitor zwischen Batterie und Sammelschiene im Camper

Vom Shunt geht anschließend ein Steuerkabel zum Display. Zusätzlich wird ein Pluskabel direkt mit der Batterie verbunden. Das mitgelieferte Steuerkabel war bei meinem Set bereits vorkonfektioniert und sechs Meter lang.

Wo wird der Shunt im Camper eingebaut?

Der Shunt sollte so eingebaut werden, dass alle Verbraucher und Ladequellen über ihn laufen. Nur dann kann der Batteriemonitor korrekt berechnen, wie viel Energie entnommen oder nachgeladen wurde.

In meinem Ausbau sitzt der Mess-Shunt direkt in der Elektroverteilung auf einer Multiplexplatte. Dort befindet sich auch meine Sammelschiene. Der Shunt war bereits auf einem transparenten Montagewinkel befestigt. Dadurch konnte ich ihn relativ einfach auf der Platte verschrauben.

Mess-Shunt auf Multiplexplatte in der Camper Elektroverteilung montiert

Wichtig ist, vor dem Einbau zu prüfen, ob ausreichend Platz vorhanden ist. Gerade wenn die Elektroanlage schon fertig oder fast fertig aufgebaut ist, kann ein nachträglicher Einbau enger werden als gedacht.

Wichtiger Praxistipp: Kabelschuhe vorher prüfen

Bei mir mussten die beiden 25-mm²-Minuskabel noch einmal aufgetrennt und neu vercrimpt werden. Dabei ist mir ein wichtiges Detail aufgefallen: Für den Shunt waren größere Kabelschuhe notwendig.

Kabelschuhe und 25 mm² Batteriekabel am Shunt der Camper Elektrik

Meine Sammelschiene arbeitet mit M8-Schrauben. Am Shunt wurde jedoch ein Kabelschuh mit M10-Loch benötigt. Genau solche Details solltest du vor dem Einbau prüfen, damit du nicht mitten im Umbau feststellst, dass die passenden Kabelschuhe fehlen.

Mein Tipp: Vor dem Einbau alle Anschlussgrößen kontrollieren: Batteriepole, Sammelschiene, Shunt und Sicherungshalter. Dann passende Kabelschuhe, Schrumpfschlauch und Crimpwerkzeug bereitlegen.

Das Display ins Elektropanel einbauen

Der sichtbare Teil des Batteriemonitors ist das Display. In meinem Camper sitzt es direkt in der kleinen Steuereinheit in der Küche. Dort habe ich auch weitere Bedienelemente integriert, zum Beispiel Standheizung, Wechselrichter-Schalter, Boiler-Schalter, Licht, Wasserpumpe und Füllstandsanzeigen.

Elektropanel im Camper mit Batteriemonitor, Schaltern und Füllstandsanzeigen

Ursprünglich war der Batteriemonitor dort nicht eingeplant. Deshalb musste ich das Panel noch einmal umbauen. Zum Glück hatte ich eine Aluplatte integriert, in der ich die zusätzlichen Elemente sauber montieren konnte.

Der Monitor selbst ist relativ flach. Hinten ist er ungefähr einen Zentimeter tief, mit Stecker etwas mehr. Für den Einbau wird eine passende Aussparung geschnitten. Danach kann der Monitor eingesetzt beziehungsweise eingeklipst werden.

Warum du dein Elektropanel vorausschauend planen solltest

Der nachträgliche Einbau hat bei mir funktioniert, aber einfacher wäre es gewesen, den Batteriemonitor direkt bei der Planung des Elektropanels vorzusehen.

Gerade im Camper-Ausbau kommen während des Projekts oft neue Ideen dazu: noch ein Schalter, noch eine Anzeige, noch eine USB-C-Steckdose, noch ein Bedienteil. Wenn das Panel zu knapp geplant ist, wird jeder spätere Umbau unnötig aufwendig.

Deshalb würde ich heute immer etwas Reservefläche im Elektropanel einplanen. Nicht riesig, aber genug, um später noch ein zusätzliches Bedienelement oder eine Anzeige nachrüsten zu können.

Batteriemonitor konfigurieren: Diese Werte brauchst du

Nach dem mechanischen Einbau ist der Batteriemonitor noch nicht automatisch korrekt eingestellt. Er muss auf dein Batteriesystem konfiguriert werden.

Anleitung zur Konfiguration des Redodo Batteriemonitors für LiFePO4 Batterien

Dazu brauchst du vor allem folgende Daten:

  • Gesamtkapazität deiner Batterieanlage in Amperestunden
  • Spannung bei voller Batterie
  • Unterspannungswert
  • Abschaltspannung beziehungsweise Power-Off-Spannung
  • Systemspannung deiner Anlage, zum Beispiel 12 Volt

Diese Werte solltest du aus den technischen Daten deiner Batterie beziehungsweise aus der Anleitung des Batteriemonitors übernehmen. Gerade bei LiFePO4-Batterien ist es wichtig, nicht einfach Werte von AGM- oder Gel-Batterien zu verwenden.

Batteriemonitor kalibrieren: Warum das wichtig ist

Damit der Batteriemonitor den Ladezustand zuverlässig anzeigen kann, muss er wissen, wo der Nullpunkt und die volle Kapazität liegen. Dafür wird das System kalibriert.

Batteriemonitor für LiFePO4 Batterie im Camper kalibrieren

Bei meinem Monitor wird nach dem Einbau eine Nullkalibrierung durchgeführt. Dafür wird die Anlage einmal entleert. Anschließend weiß der Monitor: Ab diesem Punkt beginnt die Kapazitätszählung wieder neu.

Danach kann der Monitor berechnen, wie viele Amperestunden entnommen oder geladen wurden. So entsteht die Anzeige für Restkapazität und Prozentwert.

Wichtig: Die genaue Vorgehensweise hängt vom jeweiligen Batteriemonitor ab. Deshalb solltest du die Anleitung des Herstellers genau beachten.

Alarmfunktion: Mehr als nur eine Anzeige

Viele Batteriemonitore können nicht nur Werte anzeigen, sondern auch warnen. Bei meinem Monitor lassen sich Alarmfunktionen für Unterspannung oder niedrige Restkapazität programmieren.

Wenn ein kritischer Wert erreicht wird, blinkt die Anzeige. Dadurch wird aus dem Batteriemonitor zusätzlich eine Art Batteriewächter.

In meinem Setup ist diese Funktion allerdings teilweise doppelt vorhanden, weil die LiFePO4-Batterien bereits ein integriertes BMS besitzen. Das BMS überwacht unter anderem Unterspannung, Temperaturbereiche und andere Schutzfunktionen.

Trotzdem ist die Anzeige am Panel praktisch, weil ich kritische Zustände direkt sehe und nicht erst in die App schauen muss.

Live-Anzeige im Alltag: Was passiert beim Einschalten des Wechselrichters?

Besonders spannend wird der Batteriemonitor, wenn ein größerer Verbraucher eingeschaltet wird. Im Video schalte ich zum Beispiel den Wechselrichter ein. Sofort sieht man, wie die Leistungsanzeige hochgeht.

Batteriemonitor zeigt Verbrauch nach Einschalten des Wechselrichters im Camper

Genau das ist für mich einer der größten Vorteile: Ich sehe live, was gerade in der Anlage passiert. Wenn plötzlich mehr Watt angezeigt werden, weiß ich sofort, dass ein Verbraucher aktiv ist oder der Wechselrichter Eigenverbrauch zieht.

Das hilft nicht nur beim Verständnis der eigenen Elektroanlage, sondern auch bei der Fehlersuche. Wenn du zum Beispiel nicht weißt, warum deine Batterie schneller leer wird als gedacht, kann so eine Anzeige extrem hilfreich sein.

Für wen lohnt sich ein Batteriemonitor im Camper?

Ein Batteriemonitor lohnt sich besonders, wenn du deine Camper-Elektrik nicht nur irgendwie betreiben, sondern wirklich verstehen möchtest.

Sinnvoll ist er vor allem bei:

  • LiFePO4-Batterien im Camper oder Wohnmobil
  • größeren Batterieanlagen ab etwa 100 Ah
  • Wechselrichterbetrieb
  • autarkem Stehen ohne Landstrom
  • elektrischem Kochen oder anderen stärkeren Verbrauchern
  • Solar- und Ladebooster-Systemen
  • DIY-Camper-Ausbau mit eigener Elektroplanung

Wenn du nur ein sehr kleines 12-Volt-Setup hast, reicht eventuell eine einfache Spannungsanzeige. Sobald aber mehrere Ladequellen und Verbraucher zusammenkommen, wird ein richtiger Batteriemonitor deutlich interessanter.

Technisches Hintergrundwissen: Wie misst ein Shunt den Batteriestrom?

Ein Batteriemonitor misst den Strom nicht direkt im Display. Die eigentliche Messung übernimmt der sogenannte Shunt. Das ist ein sehr präziser, niederohmiger Messwiderstand, der in die Hauptleitung der Batterie eingebaut wird.

In der Camper-Elektrik sitzt der Shunt normalerweise in der Minusleitung zwischen Batterie und Sammelschiene. Dadurch fließt der komplette Strom, der aus der Batterie herausgeht oder wieder in die Batterie hineinfließt, über diesen Messwiderstand.

Mess-Shunt für Batteriemonitor zwischen Batterie und Sammelschiene im Camper

Das Grundprinzip: kleiner Spannungsabfall, große Information

Ein Shunt hat einen extrem kleinen, genau definierten elektrischen Widerstand. Wenn Strom durch diesen Widerstand fließt, entsteht daran ein minimaler Spannungsabfall. Dieser Spannungsabfall ist sehr klein, aber messbar.

Das Messprinzip basiert auf dem Ohmschen Gesetz:

U = R × I

U steht für Spannung, R für Widerstand und I für Strom.

Da der Widerstand des Shunts bekannt ist, kann der Batteriemonitor aus dem gemessenen Spannungsabfall berechnen, wie viel Strom gerade fließt. Fließt mehr Strom, steigt auch der Spannungsabfall am Shunt. Fließt weniger Strom, wird der Spannungsabfall kleiner.

Warum wird der Shunt meistens in die Minusleitung eingebaut?

In vielen Camper-Setups wird der Shunt in der Minusleitung verbaut. Das hat praktische Gründe: Die Messung ist dort meist einfacher umzusetzen, der Aufbau bleibt übersichtlich und alle Verbraucher sowie Ladequellen können sauber über einen gemeinsamen Minuspunkt geführt werden.

Wichtig ist dabei: Auf der Batterieseite des Shunts darf im Idealfall nur die Batterie angeschlossen sein. Alle Verbraucher, Ladegeräte, Solarladeregler, Wechselrichter und Ladebooster müssen auf der anderen Seite des Shunts angeschlossen werden. Nur so erkennt der Batteriemonitor wirklich jeden Stromfluss.

Was bedeutet Stromrichtung beim Batteriemonitor?

Der Batteriemonitor erkennt nicht nur, wie viel Strom fließt, sondern auch in welche Richtung. Wird Strom aus der Batterie entnommen, zeigt der Monitor einen Verbrauch an. Wird die Batterie geladen, zum Beispiel über Solar, Ladebooster oder Landstrom, zählt der Monitor die Energie wieder dazu.

Dadurch kann der Monitor laufend berechnen, wie viele Amperestunden aus der Batterie entnommen wurden und wie viele wieder hineingeladen wurden.

Wie berechnet der Batteriemonitor die Restkapazität?

Der Batteriemonitor arbeitet im Prinzip wie ein Zähler. Wenn zum Beispiel über eine Stunde lang 10 Ampere aus der Batterie entnommen werden, wurden 10 Amperestunden verbraucht.

Beispiel:

10 Ampere Verbrauch × 1 Stunde Laufzeit = 10 Amperestunden Verbrauch

Wenn dein Batteriesystem zum Beispiel 200 Ah Gesamtkapazität hat und 10 Ah entnommen werden, bleiben rechnerisch noch 190 Ah übrig. Genau daraus entstehen dann Anzeigen wie Restkapazität in Ah, Ladezustand in Prozent und geschätzte Restlaufzeit.

Warum ist die Kalibrierung so wichtig?

Damit diese Berechnung stimmt, muss der Batteriemonitor am Anfang wissen, wie groß deine Batterieanlage ist und wo der volle beziehungsweise leere Zustand liegt. Deshalb werden Werte wie Gesamtkapazität, Ladeschlussspannung, Unterspannung und Abschaltspannung eingetragen.

Nach der Kalibrierung kann der Monitor den Stromfluss mitzählen. Ohne Kalibrierung würde er zwar Ströme anzeigen, aber die Restkapazität könnte mit der Zeit deutlich ungenau werden.

Warum ist ein Shunt genauer als eine reine Spannungsanzeige?

Gerade bei LiFePO4-Batterien ist die Batteriespannung über einen großen Bereich relativ stabil. Das ist im Betrieb super, macht eine reine Einschätzung über die Spannung aber schwierig. Eine LiFePO4-Batterie kann lange fast gleich aussehen, obwohl bereits einiges an Kapazität verbraucht wurde.

Ein Shunt-basierter Batteriemonitor misst dagegen den tatsächlichen Stromfluss. Er zählt also mit, was wirklich aus der Batterie herausgeht und was wieder hineingeladen wird. Deshalb ist diese Methode für LiFePO4-Systeme im Camper deutlich aussagekräftiger als nur eine einfache Volt-Anzeige.

Kurz gesagt

Der Shunt ist ein präziser Messwiderstand. Der Batteriemonitor misst den minimalen Spannungsabfall am Shunt, berechnet daraus den Stromfluss und zählt über die Zeit die entnommenen oder geladenen Amperestunden. So entstehen Werte wie Restkapazität, Prozentanzeige, aktuelle Leistung und Restlaufzeit.

Häufige Fehler beim Nachrüsten eines Batteriemonitors

Fehler 1: Shunt falsch positionieren

Wenn nicht alle Verbraucher und Ladequellen über den Shunt laufen, stimmen die Messwerte nicht. Der Shunt muss so eingebaut werden, dass der gesamte relevante Stromfluss erfasst wird.

Fehler 2: Kabelschuhe nicht prüfen

M8, M10 oder andere Anschlussgrößen machen in der Praxis einen großen Unterschied. Prüfe vor dem Einbau genau, welche Kabelschuhe du brauchst.

Fehler 3: Kabelquerschnitt unterschätzen

Gerade in der Hauptleitung zwischen Batterie, Shunt und Sammelschiene können hohe Ströme fließen. Der Kabelquerschnitt muss zur Anlage passen.

Fehler 4: Monitor nicht kalibrieren

Ohne saubere Konfiguration und Kalibrierung kann der Monitor keine zuverlässigen Kapazitätswerte anzeigen.

Fehler 5: Kein Platz im Elektropanel einplanen

Ein nachträglicher Einbau ist möglich, aber einfacher wird es, wenn du schon bei der Planung Platz für Anzeigen und Schalter vorsiehst.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Arbeiten an der Camper-Elektrik sollten sauber geplant und fachgerecht ausgeführt werden. Gerade an Batterie-Hauptleitungen können sehr hohe Ströme fließen. Falsche Kabelquerschnitte, schlechte Crimpverbindungen oder fehlende Absicherung können gefährlich werden.

Wenn du dir bei deiner Elektroanlage unsicher bist, lass die Planung oder den Einbau von einer fachkundigen Person prüfen.

FAQ: Batteriemonitor für LiFePO4 im Camper

Brauche ich trotz Bluetooth-App noch einen Batteriemonitor?

Nicht zwingend, aber im Alltag ist ein fest verbauter Batteriemonitor sehr praktisch. Du siehst die wichtigsten Werte sofort, ohne Smartphone und ohne App-Verbindung.

Wo wird der Shunt eingebaut?

Der Shunt wird normalerweise in die Minusleitung zwischen Batterie und Sammelschiene eingebaut. Wichtig ist, dass alle relevanten Verbraucher und Ladequellen über den Shunt laufen.

Kann ich einen Batteriemonitor nachträglich einbauen?

Ja, das ist möglich. Du brauchst aber Platz für den Shunt, passende Kabelschuhe, eventuell neue Kabelverbindungen und eine Aussparung für das Display.

Was zeigt ein Batteriemonitor an?

Je nach Modell zeigt er Spannung, Strom, Leistung, Restkapazität, Ladezustand in Prozent und geschätzte Restlaufzeit an.

Muss ein Batteriemonitor kalibriert werden?

Ja. Damit die Kapazitätsanzeige stimmt, muss der Monitor auf dein Batteriesystem eingestellt und nach Herstellerangabe kalibriert werden.

Ist ein Batteriemonitor bei LiFePO4 sinnvoll?

Ja, besonders bei autarken Camper-Setups. LiFePO4-Batterien haben eine relativ stabile Spannung, wodurch eine reine Spannungsanzeige oft weniger aussagekräftig ist. Ein Shunt-basierter Batteriemonitor liefert deutlich bessere Informationen zum tatsächlichen Verbrauch.

Fazit: Batteriemonitor nachrüsten lohnt sich im Camper-Alltag

Der nachgerüstete Batteriemonitor ist für mich eines dieser kleinen Updates, die im Alltag richtig viel bringen. Die App bleibt weiterhin praktisch, aber die feste Anzeige im Elektropanel ist einfach direkter.

Ich sehe sofort, wie viel Kapazität noch vorhanden ist, welche Leistung gerade entnommen wird und wie sich Verbraucher wie der Wechselrichter auf die Anlage auswirken.

Wenn du gerade deine Camper-Elektrik planst, würde ich den Batteriemonitor direkt mit einplanen. Nachrüsten funktioniert zwar, aber beim Neuaufbau ist es deutlich entspannter.

Für mich ist die Kombination aus App und festem Batteriemonitor ideal: Die App für Details, der Monitor für den schnellen Blick im Alltag.

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