Kambodscha Foto-Blog

Siem Reap als perfekter Rückzugsort von Angkor!

Siem Reap Foto-Blog

#09 Vom Ankommen und Einlassen im Neuland

„Das Leben ist entweder ein wagemutiges Abenteuer oder Nichts.“

<Helen Kelle>

Sat Nam ihr Lieben,

es gibt noch so viele Stories von über sechs Wochen Thailand zu erzählen, aber nun ist es an der Zeit in den Fotostories weiter zu Reisen.

Bis zu diesem Punkt der Reise war mir zumindest das Land und die Thais mehr oder weniger bekannt. 2001 und 2017 waren die Jahre in dem ich dieses faszinierende und bildschöne Land schon bereisen und die Thais lieben lernen durfte.

Ab jetzt heißt es aber „Auf zu neuen Abenteuern“ und weiter ziehen nach Kambodscha und eintauchen in Angkor – mein großer Traum. 2x wurde er schon verschoben und abgesagt.

Nun wird aber endlich mein Traum wahr. Zumindest sitze ich schon im Flieger von Bangkok nach Siem Reap in Kambodscha, dass Gateway zu Angkor.

Den beschwerlichen Weg mit dem Bus zurückzulegen verwische ich gleich im Ansatz. Es ist eine mittelschwere Ochsentour und vor allem der Grenzübergang mit Buswechsel und keine Ahnung wieviel Stunden im eiskalten Bus hoppeln – Nein, Danke.

Dann bin ich halt Klimatechnisch nicht gerade ein Vorzeigebeispiel, wenn es um das Reisen und Fliegen geht ist bei mir noch leicht Potenzial nach oben.

Aber: Ich bleibe ja immer sehr lange in den Ländern, also zumindest wieder einen halben Punkt zurückgewonnen.

Apropos Klimasünder.

Nach einem kurzweiligen Start und einer großen Schleife über das Smogverseuchte Bangkok fragte ich meinen Sitznachbarn wo er den herkommt, da ich mir irgendwie nicht wirklich einen Reim darauf machen konnte.

Südafrika, in der Nähe von Hermanus – sagte er. Ah, great one of my favs in the world. The hole world in one country…

Wie auch immer, er erzählte dass er diese Reise schon lange einmal gebucht hatte und Corona seine Pläne stoppte. Nun löse er seine Gutscheine gerade ein und bewahrt diese vor dem Verfallen. Von Kapstadt nach Bangkok (2Tage), weiter nach Angkor (3Tage) und noch einmal Bangkok (3Tage) dann geht es schon wieder zurück.

Ups, selbst bei seiner Erzählung wurde mir schwindlig und ich bekam innerlichen Stress.

Was für ein Privileg du doch hast, dachte ich innerlich.

„Zeit, dein höchstes Gut Amrit. Nutze es und verweile im Moment. Hetzte nichts mehr hinterher.“ Sagte eine innere Stimme zu mir, und die Worte meiner Tarotlegerin vom Anfang der Reise auf den Strassen Bangkoks: „Halte dich nur noch an die Dinge welche von wert und echt sind und Bestand haben.“

Das ich John noch ein paar Mal auf den Strassen von Siam Reap und rund um Angkor wiedertreffen sollte, wussten wir beide noch nicht und natürlich war er mir immer schon einen Schritt voraus.

So verging der kurzweilige Flug wie im fluge und nach nicht einmal 45 Minuten setzte der AirAsia-Flieger schon zur Landung auf.

Das E-Visum hatte ich für 30 Tage in der Tasche und mein schon wartender „Taxi-Fahrer“ vom Hotel wartete schon mit einem Namensschild.

So kann’s weitergehen dachte ich.

Ich solle kurz warten er komme gleich wieder. Das von mir erwartende Taxi auf vier Rädern, war ein Moped mit einem Sitzanhänger. Das sind die Tuk Tuks in Kambodscha also. Wind weht mir durch die Haare (eääh um den Kopf) und Kambodscha zeigt sich für mich von der besten Seite, noch.

Check-In im doch sehr abgelegenen Familienhotel war genau gleich – easy going mit Welcome Drink und herzlichen Gesten.

Wie auf Knopfdruck, als ich auf dem Zimmer war und ausgepackt hatte schien sich die ganze Kambodschanummer gegen mich zu wenden und alles fing an zu kippen.

Das Zimmer war zwar riesig, aber energetisch nicht gerade ein Volltreffer, da war die riesige Badewanne mitten im Zimmer und vor dem Fenster auch nicht sehr hilfreich. Naja, wie immer halt. Erstmal ankommen und drauf einlassen, oder?

Erstmal ein Restaurant suchen und die Gegend erkunden, wo ich eigentlich genau gelandet bin.

Auf Google Maps habe ich gesehen, dass das Zentrum 2km vom Hotel entfernt ist. Fussläufig ist anders. Was hast du den da wieder gebucht, Amrit? Selbstdialoge begannen sich zu verselbstständigten.

Gleich um die Ecke war so eine Art „Biergarten“.

Okay, heute keine allzu großen Experimente mehr.

Kambodscha schien auf den zweiten Blick doch deutlich rauer zu sein als Thailand. Auch der Dreck und Abfall in den Seitenstrassen.

Also rein mit mir in den Biergarten.

Da ich noch kein kambodschanisches Geld (Riel) hatte, fragte ich gleich vor dem bestellen, ob ich mit Kreditkarte bezahlen können. Yes, Yes no Problem. Wie in ganz Asien ist auch Kambodscha hier auch keine Ausnahme: Ein Yes ist nicht immer ein deutsches JA, auf das man sich verlassen und auch berufen kann.

Ein Yes Yes kann sein: – eigentlich habe ich dich nicht verstanden, aber ich sage sicherheitshalber mal Ja.

oder

– Nein, aber bevor du jetzt gehst, sage ich mal ja, und ie Details kümmern wir uns später. . .

Naja, so kam es natürlich wie es kommen musste.

Keine Kreditkartenzahlung möglich.

Meine Reserve Dollar waren ihm zu alt und nahm diese nicht an. So ging es hin und her.

Der Oberkappo kam irgendwann dazu und wiederholte alles fein säuberlich in einem geringfügig besseren Englisch. Leider konnte ich auch nichts weiter sagen und so kamen der Deutsche und der Kambodschaner an diesem Abend nicht wirklich gut zusammen.

Er nahm dann zähneknirschend meinen veralteten 10-Dollarschein und meinte aber er müsse eine Gebühr von 3 Dollar dazu rechnen. Der ganze Rummel hatte aber umgerechnet nur 4 Dollar gekostet. Da hat er leider an diesem Abend sich aber den falschen ausgesucht, was er dann auch deutlich von mir zu spüren bekam.

Wow, wenn dass so weitergeht, dann gute Nacht John-Boy.

Aber das Universum hatte noch den ganz großen Joker an meinem ersten kambodschanischen Abend in der Hinterhand.

Dieser wurde um 23Uhr, als ich schon im Land der Träume unterwegs war kompromisslos ausgespielt.

 

Unglaublich laute Musik, mit einem Bassdröhnen vom Allerfeinsten bohre sich durch meine Gehörgänge. What the f*** is that!?

Und da willst du 2 Wochen bleiben und auch noch Geburtstag feiern.

Na dan, Prost Mahlzeit.

Im Netz suchte ich schon ein neues Hotel. Zumal beim Frühstück auf meine Frage nach einer Menukarte die Antwort war: Sie haben keine. Noch nicht. Ich soll sagen was ich möchte und dann schauen sie. Schon wieder ein WHAT?

Okay, der Hotelhäuptling muss nach dem Frühstück her.

Um die Geschichte jetzt ein bisschen abzukürzen. Mein neuer „Lieblingsbiergarten“ entpuppte sich am nächsten Morgen als eine Freiluft Karaokebar. Der Nachbar hat nur eine Genehmigung bis 23 Uhr, ignoriert diese aber konsequent und so geht das ganze Spektakel gut und gerne bis in die frühe Morgenstunden.

Der Hotelbetreiber habe selber große Probleme mit dem Nachbarn. Darauf hin sagte ich: Ah, genau gleich wie bei uns in Deutschland und wir verstanden uns ab diesem Zeitpunkt prächtig.

Innerlich kam mir auch wieder das Bild aus den Dhammatalks vom Meditations-Retraet mit MC Brigitte. Buddhas Weg der Mitte. Wenn du im Ungleichgewicht bist, bist du nicht in der Mitte. Wenn du Ärger hast, bist du nicht in der Mitte. Ganz einfach. Eine Reaktion mit entweder oder hilft da nicht immer. Halte inne und atme, betrachte. Kein Anhaften.

Eine Lösung in der Mitte musste also her.

Vielleicht hat er es gespürt oder auch nicht. Aber er hat mir gleich von sich aus ein anderes Zimmer angeboten. Die 201 über dem Pool. Andere Hotelseite und erstmal und viel ruhiger. Okay Deal! Und tatsächlich, dass Zimmer war goldrichtig für mich und mein Vorhaben.

Jetzt, aber raus auf die Strasse und die anderen Punkte angehen. Moped, SIM-Karte, Geld und die Lage neu sehen.

Als ich auf dem Weg zur Innenstadt John, der quietschfiedel auf einem Fahrrad daherkam und eine Vollbremsung hinlegte als er mich gesehen hatte, wiedergetroffen hatte, war der Reiseflow wieder zu spüren.

Er versorgte mich so mit den 1-1 Infos zu SIM-Karte, Angkorpass und Mopedverleih usw. + wo es sich nicht lohnt hinzugehen, da waren wir definitiv der gleichen Meinung, dass die Pub Street jetzt nicht ganz oben auf der To-Do Liste von Kambodscha stehen muss.

Der Gamechanger war dann tatsächlich mein E-Mofa. Kein Scooter sondern ein Akku angetriebenes Mofa. Mit gutem Willen habe ich das gute Teil auf 35 km/h hochgeschraubt. Das geniale an diesem E-Mofa war aber ich war unabhängig, konnte wann ich wollte nach Siem Reap Downtown zu essen und vor allem Angkor auf eigene Faust erkunden.

Keinen Führer und Guide, der mir tausend Zahlen in den Gehörgang quetsch und dann noch sagt wo ich mein Foto machen soll. . .

Und ich fühlte mich auf einmal wieder wie 16 und dachte ständig an den Film 25 Km/h. Freiheit hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun.

YES, Amrit you’re back on track. Angkor ich komme.

Ahja, die beigefügten Bilder Angkor von Oben habe ich im Infozentrum, beim Kauf des 7-Day Angkorpass abfotografiert. Zum Vorglühen quasi. Glauben konnte ich das alles noch nicht wirklich.

Das ist und wird phänomenal.

Aber jetzt erstmal noch einen Kaffee und den Pool testen. Angkor wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Und dass es noch viel grandioser als auf den Vorglüh-Bildern werden sollte, wer konnte das schon ahnen.

Das Universum hat halt doch immer noch den allerletzten Joker in der Tasche, von dem ich nicht einmal weiß, dass es diesen gibt!

Bis die Tage. . .

Namaste, Amrit

#10 Auf dem Nachtmarkt in Siem Reap

„Once a year go someplace you’ve never been before.“

<Anonymous>

Siem Reap ist mehr und mehr mein lieb gewonnener Ort und Oase um zwischen den Tempelbesuchen von Angkor die Seele baumeln zu lassen.

In einem der schicken Cafés mit bestem Cappuccino am Laptop zu arbeiten. Eine Massage um den Körper immer wieder etwas gutes zu tun. Abkühlung am Hotelpool suchen und den 35° C etwas entgegenzusetzen.

Oder halt Abends sich aufmachen zum Nightmarket.

Abends verwandelt sich Siem Reap immer drastisch. Den Streetfoodständen und dem Nachtmarkt wird mit zunehmender Dämmerung Leben eingehaucht.

Abseits der Pub Street, beim Streetfood, welches zwischen und mit den locals auf kleinen Kinderstühlen und Tischen eingenommen wird ergeben sich die besten Gespräche und Begegnungen.

Laurant, 19 aus Montreal ist auf Weltreise und wir reisen gegensätzlich. Er von West nach Ost und ich von West nach Ost. So tauschen wir beim Essen und einem Bier unsere Reisegeschichten und Pläne aus.

Ein typischer Traveller-Talk könnte man sagen.

Für einen Moment musste ich heute wieder an ihn denken. Er wollte ab Ende Juni in Europa aufschlagen und was man in Deutschland unbedingt sehen und erlebt haben muss, fragte er mich. . .

. . . Berlin, sagte ich ist eine tolle Stadt. Das ich nun im Juli selber nach Berlin fahre, wusste ich damals noch nicht.

Vielleicht kreuzen sich unsere Wege dort wiederum, vielleicht auch nicht.

Wer weiß das schon…?

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